Deutscher Gewerkschaftsbund

05.07.2017
Auf Delegationsfahrt mit dem DGB in Rumänien

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen

Die DGB Region Nordwürttemberg pflegt seit 2008 einen internationalen Gewerkschaftsaustausch mit dem Rumänischen Gewerkschaftsdachverband BNS in Oradea in Rumänien, 13 Kilometer entfernt von der Ungarischen Grenze. Oradea hat ca. 200.000 Einwohner und ist die Hauptstadt des Kreis Bihor

Rumäniendelegation

Foto: Wolfgang Kircher

Nach dem letzten Besuch in Deutschland stand vom 05. Juli bis zum 09. Juli der diesjährige Gegenbesuch an.  Bernhard Löffler, DGB Regionsgeschäftsführer und Delegationsleiter und die DGB Kreisvorsitzende von Heilbronn, Silke Ortwein waren besonders stolz darauf, das die Delegation  aus weiteren fünf Kolleginnen und Kollegen der Einzelgewerkschaften (IG- Metall, Verdi, NGG, IB BCE und GdP) bestand.

Am frühen Morgen des 5. Juli ging es dann mit einem Kleinbus von Heilbronn über Nürnberg, Passau, Lienz, Wien, Budapest nach Oradeo. Dort angekommen wurden wir gegen 20.00 Uhr von den rumänischen Kollegen bereits erwartet.

Nach einem üppigen Abendessen und der Erkenntnis, dass zu einer rumänischen Begrüßung nicht nur eine herzhafte Umarmung, sondern auch mindestens ein oder zwei Gläser hochprozentiger Palinka gehören ging es dann auch schon ins Bett, um für die nächsten Tage fit zu sein.

Der nächste morgen begann mit einem reichlichen Frühstück und einer kurzen Einführung in das umfangreiche Tagesprogramm. Als erstes besuchten wir das Technische Kollegium Traian Vuica und CT Brancus in Oradeo. Die Kolleginnen und Kollegen berichteten uns über die Veränderungen seit dem letzten Besuch vor zwei Jahren und den ersten Versuchen, eine duale Ausbildung im Bereich Oradea einzuführen.  In beiden Einrichtungen wurden wir herzlich mit dem obligatorischen Überreichen von Brot und Salz begrüßt und natürlich durfte der Palinka durfte nicht fehlen.

Beim Besuch einer Schneiderei, in der Schülerinnen und Schüler ein Praktikum machten stellten wir schnell fest, dass in punkto Arbeitsbedingungen und -schutz noch viel zu tun ist.

Der krasse Gegensatz dazu war dann unsere nächste Station, klimatisierte Räume und schicke Büromöbel in der Rentenversicherung von Oradea, in der wir uns von der Leitung das Rentensystem haben erklären lassen.

Rumäniendelegation

Foto: Wolfgang Kircher

Nach dem Mittagessen stand eine Stadtbesichtigung zu Fuß auf dem Programm, wir besuchten  u.a. das  Stadthaus „Casa Darvas-La Roche“  und die „Neolog Synagogue of Oradea“.

Gerade noch rechtzeitig erreichten wir das Kulturhaus der Gewerkschaft in Oradea. Dort waren im Foyer Plakate des Gemeinschaftsprojekts des DGB Stadt und Kreisverband Heilbronn zum Motto „Heilbronn sagt Nein“ mit der jeweiligen Übersetzung ausgestellt.

Anschließend konnten wir uns etwas bei einer Vorführung folkloristischer Tänze vom „Ansambel Nutassi Bihor“ entspannen. Der krönende Abschluss der Veranstaltung waren aber drei von Silke Ortwein und Bernhard Löffler vorgetragene Lieder, die mit tosendem Applaus begleitet wurden.

Anschließend ging es zurück in unser Hotel in Bad Felix, einem Kurort mit internationalem Ruf mit Thermalquellen, nur wenige Kilometer von Oradeo entfernt.

Der erste Tag schloss mit einem ausgiebigen Abendessen mit den rumänischen Kollegen und einem nächtlichen Bad in dem zwischen 41 – 49 Grad warmen Thermalwasser.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Frühstück in das ca. 150 km im Norden gelegene Satu Mare, wo wir uns mit dem Bürgermeister und BNS Kolleginnen und Kollegen, u.a. auch von Justiz und Polizei trafen. Seit dem Jahr 2015 pflegt der Ostalbkreis freundschaftliche Beziehungen zum Kreis Satu Mare.

Rumäniendelegation

Foto: Wolfgang Kircher

Die Fahrt nach dem Mittagessen führte uns zu den Ölfeldern des rumänische Erdöl- und Erdgaskonzern OMV Petrom S.A. Das Erdöl, das sich unter der Oberfläche befindet wird mit Wasserdampf an die Oberfläche befördert. In feuerfester Bekleidung besichtigten wir die neue und moderne Wiederaufbereitungsanlage, sowie eine Ölplattform, an der Öl aus fast 2000 m Tiefe gewonnen wird.

Am Abend waren wir bei Gewerkschaftskollegen von Petrom in Marghita eingeladen. Mitten in den Weinbergen wurden wir mit selbsterzeugtem Gemüse, Fleisch, Wein und natürlich Palinka verwöhnt. Wenn einem so viel Guten wird beschert, verzögert sich natürlich die Abfahrt ins Hotel entsprechend, so dass wir am anderen Morgen alle etwas müde waren.

Rumäniendelegation

Foto: Wolfgang Kircher

Am vierten Tag ging es zu der Salina in Turda, einem Salzbergwerk in der nordwestrumänischen Stadt Turda, einem der ältesten und bekanntesten Salzbergwerke in Siebenbürgen, das 1992 zum Schaubergwerk mit Bergwerksmuseum umgebaut wurde.

Nach der Besichtigung fuhren wir zurück zu unserem Hotel in Bad Felix, wo wir uns am Abend auf der Terasse des Thermalbades mit Gewerkschaftskolleginnen und Kollegen trafen.

Am nächsten Morgen traten wir dann sehr früh die Heimreise an. Bleibt noch anzumerken, dass so manche Vorurteile oder Klischees doch nicht so stimmen und Rumänien ein wunderschönes Land mit unwahrscheinlich freundlichen und netten Menschen ist und so mancher unserer Delegation mit Sicherheit nicht das letzte Mal dort war.  

Wolfgang Kircher


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