Deutscher Gewerkschaftsbund

25.06.2014

Eine Gedenktafel am Ort des ehemaligen Gewerkschaftshauses in Esslingen

1. Mai Demonstration 1930 in Esslingen

DGB Jörg Munder

In Erinnerung an das frühere Esslinger Gewerkschaftshaus und seine Geschichte stiftete der DGB Kreisverband Esslingen-Göppingen eine Gedenktafel, die am Ort des ehemaligen Gewerkschaftshauses – heute steht dort das Gebäude 10 der Hochschule Esslingen – feierlich angebracht wurde.

 

Die Gewerkschaftsbewegung war Anfang des 20. Jahrhunderts in Esslingen sehr präsent und spiegelte die demokratischen Strukturen wider. Ihre Arbeit wurde in den Jahren 1931 – 1933 von der SA immer wieder sabotiert. Am 2. Mai 1933 wurden die freien Gewerkschaften durch die Nazis zerschlagen, die Gewerkschaftshäuser besetzt und die Arbeiterkultur für lange Zeit zerstört. Mit dieser Tafel soll an die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter erinnert werden, die für ihr engagiertes Eintreten von den Nazis verfolgt, inhaftiert, gefoltert und ermordet wurden.

Zwischen dem 30. Januar 1933, dem Tag der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler durch Reichspräsident Hindenburg, und dem 2. Mai 1933, dem Tag der Zerschlagung der freien Gewerkschaften, wurden in unzähligen Aktionen die elementaren Grundlagen einer demokratischen und gerechten Gesellschaft hinweg gefegt und die gesamte Arbeiterbewegung war einer beispiellosen Terrorwelle ausgesetzt. Allein in Württemberg waren bis zu 3.000 Menschen inhaftiert, die meisten davon im KZ Heuberg – d. h. ein große Anzahl von Widerstand leistenden Menschen wurden ausgeschalten. Über 20.000 Menschen wurden in diesen drei Monaten im gesamten Deutschen Reich verhaftet. Damit verlor der Widerstand gegen das Naziregime eine große Zahl an politisch und gewerkschaftlich aktiven Menschen.

Einige Daten zum ehemaligen Gewerkschaftshaus Esslingen:

1905              Erbaut als Wohn- und Geschäftshaus

1920              Im Besitz des Deutschen Metallarbeiter Verbandes (DMV)

1931              Erster Überfall auf das Gewerkschaftshaus durch die SA

6./7.11.1932   Sturm auf das Gewerkschaftshaus

7./8.2.1933     Schießerei in der Kies- bzw. Kanalstraße rund um das Gewerkschaftshaus

2.5.1933         Erneute Besetzung des Gewerkschaftshauses und

                     Zerschlagung der Gewerkschaften

1978              Umzug der Gewerkschaften in die Julius-Motteler-Straße 12

1989              Abriss des ehemaligen Gewerkschaftshauses

Bernhard Löffler, DGB Regionsgeschäftsführer Nordwürttemberg, und Frank Böhringer, Vorsitzender des DGB Kreisverbandes Esslingen-Göppingen werden gemeinsam mit dem Esslinger Oberbürgermeister, Dr. Jürgen Zieger und Prof. Dr. Walter Czarnetzki, Prorektor der Hochschule Esslingen, enthüllten gemeinsam die Tafel.

Die Begrüßung kam von Frank Böhringer, Vorsitzender DGB Kreisverband Esslingen-Göppingen. Der Oberbürgermeister der Stadt Esslingen, Dr. Jürgen Zieger, brachte ein Grußwort und sprach über die Bedeutung der Arbeiterbewegung in Esslingen bis zu ihrer Vernichtung.

Rolf Laschet, Russischlehrer am Schelztorgymnasium, referierte über einen der schlimmsten Kriegsverbrecher der Nazizeit, den Esslinger Oskar Dirlewanger und seine Rolle bei der Besetzung des Esslinger Gewerkschaftshauses.

Silke Ortwein und Bernhard Löffler von den "Marbachern" umrahmten die Veranstaltung musikalisch mit passenden Liedern.

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gewerkschaftlicher und menschlicher Grundwerte – ein Vortrag von Rolf Laschet anlässlich der Einweihung einer Gedenktafel zur Zerschlagung der Gewerkschaften am 2.5.1933 durch die Nazis.

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