Deutscher Gewerkschaftsbund

03.02.2017

Ausstellung: "Vergessene" Geschichte - Berufsverbote

Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland

Ausstellung Berufsverbote

DGB Nordwürttemberg

Ende der 1960er Jahre stellten sich westdeutsche Politikerinnen und Politiker die Frage, wie die Massenproteste an Universitäten und in Betrieben eingedämmt werden könnten. Besonders fürchteten die staatlichen Organe, dass eine neue linke Studentengeneration in staatliche Strukturen einsickern und diese von innen verändern könnte. Eine 1971 eingesetzte Bund-Länder-Arbeitsgruppe diskutierte Möglichkeiten, linke Kritiker aus dem Öffentlichen Dienst fernzuhalten.

Auf Grundlage dieser Vorarbeiten beschloss 1972 die Ministerpräsidentenkonferenz der Bundesländer unter dem Vorsitz von Bundeskanzler Willy Brandt den sogenannten "Radikalenerlass". Daufhin wurden etwa 3,5 Millionen Bewerber*innen und Mitglied des öffentlichen Dienstes vom "Verfassungsschutz" auf ihre politische "Zuverlässigkeit" durchleuchtet. In der Folge kam es zu 11.000 offiziellen Berufsverbotsverfahren, 2.200 Disziplinarverfahren, 1.250 Ablehnungen von Bewerbungen und 265 Entlassungen. Niemand von ihnen wurde seither rehabilitiert.

Auf 18 Schautafeln wird exemplarisch dokumentiert wie seit der Weimarer Verfassung bis heute politische Verfolgung stattfinden kann.

Von 3. Februar 2017 bis 7. März 2017 war die Wanderausstellung „Vergessene“ Geschichte - Berufsverbote zu Gast im Stuttgarter Willi-Bleicher-Haus. Bei der Vernissage sprachen Bernhard Löffler, Geschäftsführer der DGB-Region Nordwürttemberg, Doro Moritz,Landesvorsitzende der GEW, und Cornelia Booss-Ziegling vom Ausstellungsteam Initiativgruppe „40 Jahre Radikalenerlass“. Die Mitschnitte sind hier nachzuhören.

Eine Kooperation von DGB, GEW, ver.di, IGM, VVN-BdA und der Initiative "40 Jahre Radikalenerlass"

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40 Jahre Berufsverbote - Vernissage der Ausstellung ""Vergessene" Geschichte - Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland" im Stuttgarter Willi-Bleicher-Haus der DGB-Gewerkschaften. Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW. spricht über die katastrophale Praxis der Berufsverbote

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40 Jahre Berufsverbote - Zur Vernissage der Ausstellung ""Vergessene" Geschichte - Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland" im Stuttgarter Willi-Bleicher-Haus der DGB-Gewerkschaften sprach Bernhard Löffler über persönliche Erinnerungen und die unrühmliche Rolle der Gewerkschaften

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Christina Lipps zur Ausstellung Berufsverbote am 3.2.2017

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Cornelia Booss-Ziegling: Einführung in die Ausstellung Berufsverbote

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Cornelia Booss-Ziegling Rundgang führt durch die Ausstellung Berufsverbote

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