Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2016-07-07 - 07.07.2016

Noch 32 jugendliche Geflüchtete auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz

Jugendberufsagentur für den Main-Tauber-Kreis gefordert

Die Einrichtung einer Jugendberufsagentur am besten in Kombination mit einem regionalen Übergangsmanagement im Main-Tauber-Kreis fordert der DGB- Kreisverbandsvorsitzende Rolf Grüning: Seine Einschätzung: „Nur so kann es gelingen, alle jungen Menschen im Main-Tauber-Kreis schnell und erfolgreich in Ausbildung zu bringen“. Die Vielzahl der Angebote, Projekte und Initiativen zur Verbesserung des Übergangs zwischen Schule und Beruf könnte über ein regionales Übergangsmanagement in Verbindung mit der rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit von Kommune und Agentur durch die Einrichtung einer Jugendberufsagentur noch besser koordiniert werden.

32 jugendlich Geflüchtete im Kreis auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

„Die regionale Wirtschaft sollte hier ihrer sozialpartnerschaftlichen Verantwortung gerecht werden und sich dafür einsetzen, alle Ausbildungskapazitäten auszuschöpfen“ fordert Grüning und führt aus: „Neben der Versorgung der bereits hier lebenden Jugendlichen ist die Integration junger Geflüchteter in Ausbildung eine große Herausforderung. Diese ist nur mit vereinten Kräften zu schultern“. Daher sollten auch die Ausländerbehörden und Migrationsfachdienste in das regionale Übergangsmanagement und die zu gründende Jugendberufsagentur einbezogen werden. Dies sei im Übrigen im landesweiten Bündnis für Ausbildung vereinbart „Sinnvoll wäre auch eine Koordinierung mit den Angeboten des BAMF (Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge)“, betont Grüning.

Spätestens 2017 sei durch die große Zahl von jungen Geflüchteten mit einem weiteren Anstieg der Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt zu rechnen. Voraussetzung dafür sei jedoch ein erfolgreicher Spracherwerb. „Derzeit können die beruflichen Schulen die Versorgung im Vorqualifzierungsjahr Arbeit/ Beruf ohne Deutschkenntnisse (VABO) leider nicht garantieren.“

Von den schulpflichtigen Schülerinnen und Schülern aus der Gruppe der Geflüchteten zwischen 16 und 18 Jahren sind laut der vorliegenden Zahlen 15,1 Prozent unversorgt. Zählt man jedoch die geflüchteten Jugendlichen bis 21 Jahren dazu, steigt der Anteil der nicht versorgten Jugendlichen in diesem Bereich auf 28,8 Prozent.“

Im Landesdurchschnitt betrage der Anteil der unversorgten schulpflichtigen Jugendlichen unter den Geflüchteten 24,9 Prozent, bei den Jugendlichen bis zum 21. Lebensjahr 39,5 Prozent. D.h. im Main- Tauber –Kreis werden ca.10 % der der Jugendlichen Geflüchteten mehr versorgt als im Landesdurchschnitt, aber die Aufgabe ist dennoch schwierig und bedarf großer gemeinsamer Anstrengungen.

Der DGB fordert das Land auf, neben zusätzlichen Lehrkräften auch Sozialpädagogen und Traumatologen einzustellen, um die erfolgreiche Integration junger Menschen in Ausbildung und Arbeit zu sichern und ihnen bei der Bewältigung der Fluchterfahrung zu helfen. Die Gewerkschaften sind überzeugt, dass die gesellschaftliche Integration nur mit einem schnellen Spracherwerb und den Zugang zu Bildung gelingen kann.

Hintergrundinformation:

Jugendberufsagentur:
In allen Stadt- und Landkreisen wurden seit 2015 Arbeitsbündnisses Jugend und Beruf von Kommunen und Agenturen für Arbeit eingerichtet, die nach Auffassung des DGB zu Jugendberufsagenturen weiterentwickelt werden sollten. D.h. gemeinsame Einrichtung von Kommune, Schulen, Agentur für Arbeit und Jobcenter, um allen Jugendlichen ein rechtskreisübergreifendes Beratungsangebot (SGB II, III, VIII) aus einer Hand anbieten zu können. Bislang gibt es in Baden-Württemberg nur eine entsprechende Einrichtung im Stadtkreis Freiburg.

Vorbereitungsjahr Arbeit und Beruf (VABO) und Vorbereitungsklassen (VKL)

Geflüchtete Kinder und Jugendliche unter 16 Jahre werden in Vorbereitungsklassen an allgemein bildenden Schulen (VKL) unterrichtet, bevor sie in Regelklassen übergehen.

Schülerinnen und Schüler ab dem 16. Lebensjahr werden pauschal in Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf an beruflichen Schulen (VABO) unterrichtet. Schwerpunkt ist auch hier der Erwerb der deutschen Sprache.

 


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