Deutscher Gewerkschaftsbund

21.10.2019

Sindelfingen: 70 Jahre DGB – Wir begründen Solidarität

IGM Streik

Joachim E. Röttgers

Ein Rückblick auf den Industriestandort Sindelfingen und die Gewerkschaften

Logo 70 Jahre DGB

DGB

Im Jahre 1949 wurde der Deutsche Gewerkschaftsbund gegründet. Gewerkschaften und  Sindelfingen sind eng miteinander verzahnt. Zu den Delegierten des Gründungskongresses in München gehörte auch der Sindelfinger Ehrenbürger Ernst Schäfer.

Der DGB-Kreisverband Böblingen feiert das Jubiläum mit einer Fotoausstellung und einer Installation im Stern Center am Zentralen Omnibusbahnhof. An diesem Ort stand früher das Gewerkschaftshaus.

Vom 12. bis zum 14. Oktober 1949 fand der Gründungskongress des Deutschen Gewerkschaftsbunds – DGB – in München statt. Gewerkschaftsgeschichte ist eng verbunden mit der Industriegeschichte, und die industrielle Produktion spielt im 20. Jahrhundert in Sindelfingen eine große Rolle. Mit dem Aufkommen der Industrialisierung fanden sich arbeitende Menschen in Organisationen zusammen, um gemeinsam das Recht auf ein besseres Leben (und früher auch ein Überleben) einzufordern. In den ersten Jahren des neuen 20. Jahrhunderts gab es bereits gewerkschaftlich organisierte Kundgebungen, allem voran natürlich zum 1. Mai, seit 1890 der „internationale Kampftag der Arbeiterklasse“.

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Joachim E. Röttgers

Seit 1915 sind die Daimler-Motorenwerke in Sindelfingen angesiedelt. Obwohl es noch weitere Firmen gibt, ist Daimler-Benz in jeder Hinsicht der Motor dieser Stadt, und das im Guten wie im Schlechten. Die Arbeitsplätze sicherten für viele tausende Familien den Lebensunterhalt und ließ Sindelfingen zur Stadt werden. Aber Daimler war auch einer der bedeutendsten Rüstungsproduzenten und in der Zeit der Nazi-Herrschaft wurden im Werk Sindelfingen mehr als 1.000 Menschen zur Zwangsarbeit gezwungen. Bombardierung und Zerstörung gehen genauso auf das Firmenkonto.

Die vielen Streiks und Tarifrunden in der BRD wurden immer wieder zentral begleitet von aktiven Gewerkschaftsmitgliedern. Kurz gesagt: Die Nachkriegsgeschichte der deutschen Gewerkschaftskämpfe hat immer wieder ihren Startpunkt in Sindelfingen. Deshalb blicken wir zurück auf 70 Jahre mit solidarischen Menschen, auf Proteste und Streiks, auf politische Einflussnahme und Kampf um soziale Gerechtigkeit. Nach wie vor gibt es viele Anlässe, sich einzumischen für ein besseres Leben: Für menschenwürdige Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte, für arbeitsfreie Sonntage im Handel, gegen Lohndumping und Privatisierung kommunaler Arbeitsplätze.

Die Ausstellung zeigte Bilder, Texte und Objekte von gesellschaftlichen Forderungen und Auseinandersetzungen, die die Gewerkschaften auf die Straße getragen haben: Tarifauseinandersetzungen, Arbeitszeitverkürzung, Arbeitsbedingungen, aber auch Proteste gegen Rüstung, Berufsverbote, Krieg, Faschismus oder für bessere Bildung. Sie lud ein unter dem Motto: Vorbeischauen, erinnern und Teil einer Bewegung sein.

1. Mai 2013 Sindelfingen Marktplatz

1. Mai 2013 Sindelfingen Marktplatz DGB/Jörg Munder


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