Deutscher Gewerkschaftsbund

05.02.2020

Stuttgart: Film Nackt unter Wölfen

Filmstill Nackt unter Wölfen

Icestorm/DEFA-Stiftung Foto: Waltraud Pathenheimer

Walter Vielhauer im Rückblick betrachtet. Eine Begleitveranstaltung im Rahmen der Ausstellung: Alfred Hausser und Walter Vielhauer – Zwei Antifaschisten

Walter Vielhauer wurde 1909 in Reutlingen geboren, kam aber bereits 1914 nach Heilbronn. Er machte eine Lehre zum Silberschmied und wurde 1928 Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschland (KJVD). Bereits im März 1933 erfolgte die erste Verhaftung. Er war fast durchgehend bis 1945 in verschiedenen Gefängnissen und KZ inhaftiert. Walter Vielhauer betreute im KZ Buchenwald heimlich das jüdische Kind Stefan Jerzy Zweig, was im Roman "Nackt unter Wölfen" der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde. Nach seiner Entlassung wurde er zum Dezernenten für Wohnungs-, Arbeits- und Fürsorgefragen in Heilbronn berufen. Von Juli 1947 bis Juni 1948 wirkte Walter Vielhauer als Ankläger bei der Spruchkammer zur Entnazifizierung in Heilbronn. Er war fassungslos enttäuscht, wie sich die Verfahren zur wirkungslosen Farce entwickelten und alte Nazis wieder in ihre Ämter zurückkehrten.

Wir zeigen den Film in der Originalfassung der DEFA von 1962. Konrad Wanner führt in das Leben von Walter Vielhauer ein. Es gibt auch die Möglichkeit zur Diskussion.

Inhaltsangabe zum Film: Wenige Wochen vor der Befreiung kommt der Pole Jankowski mit einem Transport ins KZ Buchenwald. Er trägt einen Koffer bei sich, den er nicht aus der Hand geben will. Die in der Effektenkammer arbeitenden Häftlinge Pippig und Höfel erschrecken zutiefst, als sie ein Kind in dem Koffer entdecken. Das Kind im Lager zu verbergen, ist nicht nur äußerst schwierig, es gefährdet auch die Arbeit der illegalen Widerstandsgruppe. Nachdem das Kind mehrere Tage in der Effektenkammer versteckt wurde, entscheidet der Leiter der illegalen KP-Organisation schweren Herzens, den Polen und das Kind mit dem nächsten Transport ins Vernichtungslager zu schicken. Der Lagerälteste, Walter Krämer, läßt es jedoch nicht zu, und er findet viele Helfer, die mit Mut und Einfallsreichtum der SS die Stirn bieten und der Menschlichkeit zu einem Sieg verhelfen. Es gelingt ihnen, das Kind zu retten.

Film Nackt unter Wölfen
5.2.2020, 18:30 Uhr

Willi-Bleicher-Haus,
Willi-Bleicher-Str. 20, 70174 Stuttgart

Eine Begleitveranstaltung im Rahmen der Ausstellung: Alfred Hausser und Walter Vielhauer – Zwei Antifaschisten

Moderation und Einführung: Konrad Wanner

Regie: Frank Beyer, 124 Min., Schwarz-Weiß, Spielfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR), DEFA-Studio für Spielfilme, 1962
Literarische Vorlage Bruno Apitz: "Nackt unter Wölfen", Roman


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