Deutscher Gewerkschaftsbund

28.03.2021
Kundgebung

Schwäbisch Gmünd: Es reicht. Schwäbisch Gmünd zeigt Flagge gegen rechte Pandemietreiber

Eindrücke von der Kundgebung gegen Querdenken am 28. März 2021 in Schwäbisch Gmünd: 


Aufruf zum Protest am 28. März in Schwäbisch Gmünd:

Seit bald einem Jahr hält sich der Großteil der Bevölkerung in ganz Deutschland an „stay at home“ und „social distancing“. Wir alle halten damit große private Einschnitte aus, in der Hoffnung, damit die Verbreitung des Virus endlich einzudämmen. Wir tun das, um die bereits auf Volllast laufenden Krankenstationen nicht zusätzlich und selbstverschuldet weiter zu belasten, aus Mitgefühl zu den Verstorbenen und ihren Familien und aus Rücksichtnahme vor und Dank dem Krankenhauspersonal gegenüber, welches seit Monaten Doppelschichten fährt und mit traumatischen Belastungen zu kämpfen hat. Wir tun das aus Verantwortung für unsere Kinder, für einen geregelten Schulbetrieb und die Wiederaufnahme von Freizeit und Sportveranstaltungen. Wir tun das, um nicht noch weitere berufliche Existenzen, sei es in der Gastronomie, im Einzelhandel oder den Kulturschaffenden, zu gefährden. Wir tun das, um uns und unsere Mitmenschen zu schützen, die Zahlen in den Griff zu bekommen und irgendwann endlich wieder zur Normalität zurückkehren zu können.

Während dessen feiern die selbsternannten Querdenker Coronapartys mitten in der Stadt. Sie ziehen grölend und feiernd durch Gmünder Straßen, ohne Abstand, teilweise ohne Masken und unter den Augen des Ordnungsamtes und der Polizei. Versammlungen der Querdenken Coronaleugner sind aktive Pandemietreiber!

Eine Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung und der Berliner Humboldt Universität zeigt, dass alleine die Querdenken Demos in Berlin und Leipzig im letzten Jahr zu 16.000 bis 21.000 zusätzlichen Covid-19-Infektionen geführt haben. Zusätzlich gibt bundesweit starke Zusammenhänge zwischen Inzidenzzahlen und dem Anteil an AfD-Wählern. Dort wo viele Menschen AfD wählen, sind die Inzidenzzahlen höher, dort wo Querdenken Versammlungen stattfinden, steigen sie an. Dies überrascht insofern nicht, da sowohl AfD als auch Querdenken das Coronavirus leugnen und sich nicht an die Schutzmaßnahmen halten. Und auch hier in Schwäbisch Gmünd ist der Schulterschluss zwischen Rechtsextremen und Querdenken vollzogen.

So sprach auf der letzten Kundgebung der Verschwörungstheoretiker, Trump-Fan und ehemalige AfD-Landtagsabgeordnete Fiechtner aus Stuttgart. Und auch bekannte NPDAnhänger aus Aalen waren unter den Versammlungsteilnehmern. Die Querdenken-Bewegung missbraucht die Ängste der Menschen, sie instrumentalisiert Kinder, um auf Ihren Veranstaltungen zu sprechen, sie hetzt in schulischen Elternchats, sie verteilt Attest-Vordrucke an Schulen und versucht gezielt, LehrerInnen einzuschüchtern bis hin zu Strafanzeigen. Sie verhöhnt die Toten und ängstigt unsere älteren Mitbürgerinnen vor den Pflegeheimen. Sie tut sich als Retter der Wirtschaft auf, und trägt gleichzeitig mit ihren Versammlungen aktiv dazu bei, dass Lockdown-Maßnahmen aufrechterhalten werden müssen und bei steigenden Inzidenzen wieder verschärft werden.

Gleichzeitig schaffen es die Regierungen auf Bund- und Länderebene nicht, für Transparenz, Klarheit und Planbarkeit im Umgang mit der Pandemie zu sorgen. Teils über Nacht werden von Schulen Umstellungen zwischen Homeschooling, Präsenz – oder Wechselmodellen gefordert. Diese permanenten Änderungen ohne klaren und nachhaltigen Plan sind eine Zumutung sowohl für die Schüler, als auch für die Eltern, die Lehrer und die gesamte Schulverwaltung. Bereits im letzten Jahr sind tragfähige Schulkonzepte (Wechselunterricht) vom Robert Koch Institut vorgelegt worden, die nicht kontinuierlich und konsequent umgesetzt werden. Weiter gibt es keinerlei Rettungs-Strategie für den Einzelhandel, die Gastronomie oder den Kulturbetrieb nach den notwendigen Schließungen.Vielen bangen um ihre Existenz, versprochene finanzielle Hilfen kommen nicht an. Währenddessen läuft die Arbeit in Betrieben und Büros ungehindert weiter – ohne dass es für die Angestellten eine baldige Impfaussicht gibt. Unternehmen wie Amazon machen Milliarden an Gewinnen durch die Pandemie und zahlen gleichzeitig kaum Steuern in Deutschland. Großbetriebe und Unternehmen wie Bosch, Daimler oder Lufthansa nutzen die Pandemie als Deckmantel, um Tausende Mitarbeiter zu entlassen, während sie gleichzeitig einerseits Milliarden an Staatshilfen kassieren und andererseits Millionendividenden an ihre Aktionäre ausbezahlen. Gleichzeitig wird der Umgang mit unserer Gesundheit da zum Geschäft, wo Impfpatente aufrechterhalten werden und Politiker sich durch Geschäfte mit Schutzmasken privat in Millionenhöhe bereichern.

Dies alles ist für uns nicht länger hinnehmbar!

Wir fordern Schluss mit rechten Pandemietreibern und Schluss mit der einseitigen Abwälzung der Krisenlasten.

Deshalb rufen wir dazu auf, am Sonntag in Schwäbisch Gmünd Flagge zu zeigen und uns den rechten Pandemietreibern in den Weg zu stellen.

Beteiligt euch an den Protesten am Sonntag, 28.03 um 13:30 Uhr in Schwäbisch Gmünd.

Bündnis Aufstehen gegen Rassismus Schwäbisch Gmünd

Protest gegen Querdenken

agr Gmünd


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