Deutscher Gewerkschaftsbund

07.07.2020

Eröffnung der Ausstellung: Die Würde des Lebens beschützen. Für eine Welt ohne Atomwaffen

Dieses Jahr jährt sich zum 75. Mal der Atomwaffenabwurf auf Hiroshima. In Verbindung damit, dass der Stuttgarter OB Kuhn den Städteappell unterschrieben hat mit der Aufforderung an die Bundesregierung, dem Atomwaffen-Verbotsvertrag beizutreten, ist die Ausstellung „Die Würde des Lebens beschützen“ im Stuttgarter Willi-Bleicher-Haus zu sehen.

Am 7. Juli 2017 wurde bei den Vereinten Nationen ein Abkommen zum Verbot von Atomwaffen beschlossen. Der Vertrag erkennt die katastrophalen, humanitären und ökologischen Folgen des Einsatzes von Atomwaffen an und verbietet deren Besitz, Herstellung, Handel und Forschung. Der Kampagne ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons), die das Abkommen entwickelt hat, wurde noch im selben Jahr der Friedensnobelpreis verliehen.

Laut der letzten YouGov-Umfrage aus dem Jahr 2019 unterstützen 69 % der Deutschen ein solches Verbot von Atomwaffen. Die Bundesregierung lehnt den Vertrag jedoch bislang ab. Jüngste Bestrebungen zum Kauf neuer atomwaffenfähiger US-Kampfflugzeuge und die Erneuerung der in Deutschland stationierten Atomwaffen verschärfen die Gefahr. Auf der Strecke bleiben das humanitäre Völkerrecht und das Recht der Menschen auf Frieden – ganz abgesehen von den hierfür geplanten immensen finanziellen Aufwendungen, die dringend z.B. im sozialen Bereich gebraucht werden.

Der ICAN-Städteappell ist ein weltweites Bündnis von Städten, das die Stimme der Menschen stärkt und die Regierungen auffordert, dem Verbotsvertrag beizutreten. Fritz Kuhn, Stuttgarter Oberbürgermeister, unterschrieb am 1. Februar 2020 diesen Appell an die Bundesregierung, wie bereits 88 deutsche Kommunen, 4 Bundesländer und mehrere Landkreise. Das hat Signalwirkung, da in der US- und NATO-Kriegszentrale EUCOM in Stuttgart-Vaihingen u.a. die US-Atomwaffen in Europa befehligt werden.

Zur Ausstellungseröffnung am 7. Juli 2020 sprachen

  • Jörg Munder (DGB-Regionssekretär Stuttgart)
  • Leni Breymaier (SPD-MdB, ehemalige ver.di Landesvorsitzende)
  • Leonie Wanner (ICAN Deutschland, Friedenswerkstatt Mutlangen)

Musikalische Begleitung kam von Marie Louise (Sängerin und Songschreiberin), begleitet von Zura Dzagnidze (Gitarre)

„Wir appellieren als Menschen an Menschen: Erinnert euch an eure Menschlichkeit und vergesst den Rest.“

Russell-Einstein Manifest, 1955
Verfasst und unterzeichnet von führenden Wissenschaftlern und Intellektuellen mit dem Ziel, der Menschheit die Gefahren eines Atomkrieges vor Augen zu führen

Im Willi-Bleicher-Haus ist die Ausstellung „Die Würde des Lebens beschützen. Für eine Welt ohne Atomwaffen“ zu sehen. Die Tafeln klären über die Gefahren im historischen Kontext auf, informiert über die vielfältigen Möglichkeiten zur wirkungsvollen Abrüstung und motiviert, die Bestrebungen für den Frieden zu unterstützen. Warum das Thema atomare Bedrohung heute noch wichtig ist und wie junge Menschen damit umgehen, darüber sprachen wir mit Leonie Wanner sowie Arailym Kubayeva und Carola Moser von der Friedenswerkstatt Mutlangen e. V.


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