Deutscher Gewerkschaftsbund

12.10.2020

Ein Mann seiner Klasse – Lesung mit Christian Baron

Buch Christian Baron Ein Mann seiner Klasse

Claassen Verlag

Der Autor Christian Baron (Jahrgang 1985) wuchs im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern in armen Verhältnissen auf. Als einzigem in seiner Familie war ihm ein Gymnasialabschluss und Studium der Politikwissenschaften, Germanistik und Soziologie möglich. Beispiele aus der eigenen Biografie zu Erfahrungen mit sozialer Ausgrenzung prägten bereits sein 2016 erschienenes Sachbuch "Proleten, Pöbel, Parasiten – warum die Linken die Arbeiter verachten". Dort problematisierte Baron mangelnde Berührungspunkte von Teilen der gesellschaftlichen Linken mit der Lebensrealität von Menschen in prekären Lebensverhältnissen aber auch eine unterschwellige oder unverhohlene Verachtung gegenüber bildungsfernen Schichten.

Sein neues Buch "ein Mann seiner Klasse" wurde im Januar 2020 veröffentlicht und schaffte es auf die Spiegel-Bestsellerliste. Im März 2019 hatte Baron in der Sonderausgabe zum Weltfrauentag ein Essay in der Wochenzeitung der Freitag zur Gewalt seines alkoholabhängigen Vaters gegenüber der Mutter veröffentlicht. In seinem neuen Buch erweitert Baron diesen Artikel zu einer packenden und warmherzigen autobiografischen Erzählung über Kindheit und Jugend in sozialen Verhältnissen, die allzu gerne von der Mehrheitsgesellschaft verdrängt und ignoriert werden. Aus der Perspektive der eigenen Erinnerungen als Kind und Jugendlicher geschrieben, vermittelt Baron in seiner Erzählung Einsichten zu Phänomenen wie der Scham, die in Armut lebende Menschen häufig empfinden, zu Männlichkeitsbildern, zur strukturellen, abstumpfenden Gewalt schlecht bezahlter, gesundheitszerstörender Arbeit, die sich in häuslicher Gewalt und Alkoholkonsum niederschlägt, zur Verteilung von Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern, zur übermenschlichen Leistung, die arme Mütter und Väter vollbringen, um für ihre Kinder den Hauch einer Chance auf eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Sein erfolgreiches Buch leistet einen Beitrag dazu, Armut in Deutschland in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken und greifbar zu machen was es eigentlich bedeutet in einer "Klassengesellschaft" zu leben – mehr als dies jede nüchtern vorgetragene Statistik zur Armutsentwicklung oder Bildungsgerechtigkeit je könnte. Der "Mann seiner Klasse" ist ein Roman aus der Sicht der Menschen "ganz unten". Von solchen Romanen sollte es – so der Autor – in Zukunft viel mehr geben.

Der Eintritt ist frei. Im Kuppelsaal des Württembergischen Kunstvereins haben 60 Personen Platz. Wir bitten um verbindliche ANMELDUNG per Email unter bawue@rosalux.org, um gewährleisten zu können, dass es zu keiner Überbelegung des Saals kommt und eine Veranstaltung im Einklang mit den Corona-Bestimmungen reibungslos möglich ist.

Ein Mann seiner Klasse – Lesung mit Christian Baron
12.10.2020, 19:00 Uhr
Württembergischer Kunstverein, Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart 


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